Sonntag, 24. Oktober 2010

Der Hochzeitseinmarsch - oder: wie kommt das Brautpaar zum Altar

Bei der Planung und Organisation einer Hochzeit steht auch der Punkt „Hochzeitseinmarsch“ auf der Checkliste der Brautleute. Es ist sicherlich nicht der aufwendigste und zeitintensivste Punkt - normalerweise - muss aber dennoch zumindest mit Pfarrer und Organisten bzw. Sängerin abgesprochen werden.

Bei dem traditionellen Hochzeitseinmarsch sitzen die Gäste bereits in der Kirche wenn die Braut in Hochzeitswagen oder Hochzeitskutsche vorfährt. Der Bräutigam wartet am Altar bis der Brautvater die Braut zum Altar führt und dem Bräutigam übergibt. Beim Einmarsch der Braut zieht diese alle Blicke auf sich, denn weder Gäste noch Bräutigam haben zuvor das Brautkleid gesehen.

Fährt das Hochzeitspaar gemeinsam zur Kirche, wird es entweder vor der Kirche von den Gästen empfangen und die Gäste folgen dem Paar in die Kirche oder aber die Gäste warten auch hier bereits in der Kirche. Ein Nachteil des Einzuges gemeinsam mit den Hochzeitsgästen ist die Unruhe in der Kirche, bis alle Gäste Platz genommen haben und der Pfarrer mit der Trauungszeremonie beginnen kann.

Diese Varianten für den Kircheneinmarsch an der Hochzeit sind sicherlich die am weitesten verbreiteten.

Wer jedoch eine ausgefallene Hochzeitsfeier plant und diese bereits mit einem ebenso ausgefallenen Kircheneinmarsch beginnen möchte, muss möglicherweise auf einen toleranten und aufgeschlossenen Pfarrer hoffen. Vielerorts bestehen die Pfarreien noch immer auf die klassische Gestaltung.

Janine und Michael haben sich für eine sehr ausgefallene Gestaltung des Kircheneinmarsches entschieden und hatten nicht nur Glück mit der Pfarrei, sondern auch mit den Trauzeugen, Brautjungfern und Freunden, die tatkräftig mitwirkten und vollen Einsatz zeigten. Dieser Stil - erstmals gesehen in Amerika - erfreut sich inzwischen auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit.


Donnerstag, 21. Oktober 2010

Der Hochzeitsknigge

Damit ihre Hochzeit wirklich eine „hoch Zeit“ wird und bleibt, lesen wir zunächst einmal bei Freiherrn Adolf Knigge in seinem bekanntesten Buch „Über den Umgang mit Menschen“ im Zweiten Buch, im Dritten Kapitel „Von dem Umgang unter Eheleuten“ nach, was er zu raten hatte:

„Eine weise und kluge Wahl bei Knüpfung des wichtigsten Bandes im menschlichen Leben ist freilich das sicherste Mittel, um in der Folge sich Freude und Glück in dem Umgange unter Eheleuten versprechen zu können.“

Sie haben ihre Wahl getroffen – weise und klug :-) und planen nun den „schönsten Tag“ ihres Lebens.

Wichtig ist, dass sie ihr Hochzeitsfest so planen, wie SIE es wollen und wie es zu ihnen BEIDEN passt. Gehen sie keine faulen Kompromisse ein. Wenn sie ein Scheunenfest bevorzugen, machen sie nicht den Fehler, es ihren Eltern oder Schwiegereltern mit einem festlichen Rahmen Recht machen zu wollen – es ist IHR FEST!

Es begründet einen neuen Abschnitt in ihrem Leben und soll daher ein Ausrufezeichen setzen. Aller Voraussicht nach wird ihre Ehe so werden, wie ihre Hochzeitsfeier.

Gut geplant, ist halb gewonnen.

Sie haben den Rahmen festgelegt, sie machen eine Gästeliste, sie versenden ihre Einladungskarten frühzeitig, sie warten den Rücklauf ab, sie legen eine Sitzordnung (Placement) fest, sie entscheiden endgültig das Hochzeitsessen.

Der große Tag ist da! Sie haben an diesem Tag nicht nur „Ja“ zu sagen sondern als Gastgeber einige Aufgaben zu meistern. Bereiten sie sich darauf vor.

Der Bräutigam sollte eine Begrüßungsrede halten, sie sollten ihre Gäste in korrekter Reihenfolge begrüßen und sie in ebenso korrekter Reihenfolge einander vorstellen.

Sie sollten mit der Etikette bei Tisch vertraut sein: angefangen bei dem Umgang mit der Serviette, dem Besteck und den Gläsern.

Smalltalk sollte für sie kein Fremdwort sein, denn es werden ihnen wahrscheinlich nicht alle Gäste bekannt sein. Um mit neuen Gesichtern warm zu werden ist es notwendig die Kunst des kleinen Gespräches zu beherrschen.

Aber bitte, bekommen sie jetzt keine Panik – wenn sie sich sicher im öffentlichen Leben bewegen, werden sie all die genannten Punkte beherrschen und mit ihrem ganz persönlichen Stil ausfüllen und erfüllen – und wenn sie das Gefühl haben, ein klein wenig Nachhilfe tut Not, dann lassen sie sie sich geben.

(Für diesen Beitrag danken wir Sabine Napieralla www.umgangskultur.de)

Freitag, 1. Oktober 2010

In Russland wird Brautbrot gebacken, in Deutschland die Torte angeschnitten

Eine russische Tradition ist, dass vor der Hochzeit ein „Brautbrot“ gebacken wurde. Von diesem Brot müssen dann Braut und Bräutigam bei der Hochzeit einmal abbeißen. Es heißt, wer das größere Stück abbeißt, hat später in der Ehe das Sagen.

In Deutschland wird beim Anschneiden der Hochzeitstorte darauf geachtet, wer die Hand am Messer oben hat. Wer die Hand oben hat, hat angeblich in der Ehe das sagen.

Foto © Lizzy Tewordt - pixelio.de

Zwei versch. Traditionen mit ähnlichem Ergebnis. Ob dies allerdings später auch zutrifft, ist eine andere Sache…